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Samstag, 12. Mai 2012

Oppositionellen Nawalny und Udalzow drohen möglicherweise 2 Jahre Gefängnis.

Das schrieb am 12.05 auf Twitter die Entertainerin Xenia Sobtschak unter Berufung auf eine "anonyme kremlnahe Quelle".




Momentan verbüßen der Blogger Alexej Nawalny und der linke Politiker Sergej Udalzow 15 Tage Zivilhaft wegen angeblicher "Nichtbefolgung einer berechtigten Forderung der Polizei". Sie waren in der Nacht zum 8. Mai auf der Straße festgenommen worden, wobei sie keinen Widerstand geleistet hatten.
Der magenkranke Udalzow befindet sich im Hungerstreik.
Zugleich werden sie - derzeit nur als Zeugen - im Rahmen eines  Kriminalverfahrens zu den Massenunruhen am 6. Mai vernommen. Es ist aber möglich, dass sie zu Angeklagten werden.
http://www.aktuell.ru/russland/politik/nawalny_und_udalzow_sitzen_wieder_fuer_15_tage_4401.html


Die Ausschreitungen am 6. Mai in Eindrücken und Kommentaren der Augenzeugen.

Ilja Ponomarjow, (Gerechtes Russland), 7. Mai
Илья Пономарев/Ilya Ponomarev
Epilog nach der Demo. <..> Provokateure und politischer Kampf.


Was geschah, kann man als absolute Willkür bezeichnen. 640 Menschen sind festgenommen, mindestens 17 verletzt , darunter 20 Polizisten.
<...>
Es begann friedlich, aber von der ersten Minute an zeigte die Polizei ihre Inkompetenz, indem sie bei der Anzahl von Menschen nicht mehr als zwei Dutzend von Metallrahmen zur Verfügung stellte. Jetzt beschuldigt das Innenministerium die Demonstranten, dass sie das Gas versprüht, Glasflaschen auf Polizisten geworfen, Feuerwerkskörper angezündet hätten. Ich möchte die Polizei fragen, wie es überhaupt dazu kam. Wer ist denn dafür zuständig, die verbotenen Gegenstände am Eingang zu beschlagnahmen? In der U-Bahn scherzte man: "Die Polizei fungierte als Vorgruppe <auf dem „Rock-Konzert“ der Rowdys>", denn im Grunde hätten die Ausschreitungen schon ganz am Anfang beginnen können <als die Menge gezwungen war, viel zu lange vor den Metallrahmen zu warten.>


Als der Marsch den Bolotnaja-Platz (auf der Insel) erreicht hatte, versperrte die Polizei den Zugang auf die Grünanlage und ließ den ungefähr 100.000 Menschen nur ein schmales Nadelöhr übrig, um auf den Platz zu gelangen, der ohnehin schon mit Menschen gefüllt war. Es gab physisch nicht genug Platz für alle. Wir haben die Beamten mehrmals aufgefordert, den Korridor zu erweitern, um die Menge passieren zu lassen, aber dies ist nicht geschehen. Deshalb haben Hunderte von Menschen dem Aufruf Udalzows gefolgt und sich auf den Boden gesetzt. Sie warteten, bis sie durchgelassen werden.
Quelle der Illustration: http://www.mr7.ru/articles/53967/ Übersetzungen: Sense of Snow. Klicken, um zu vergrößern
Dann kam ein furchtbares Gedränge, aber die Polizei reagierte nicht darauf. Soldaten des Innenministeriums, gestützt von den dahinter stehenden OMON-Truppen in Schutzrüstung, rückten keinen Schritt nach hinten.


Radikale begannen, die Polizei zurück zu drängen. Es kam zu den ersten Festnahmen. Dabei benahmen sie sich zu Beginn der Unruhen noch friedlich, die Beamten nahmen sie zunächst ohne sichtbaren Grund fest. Später kamen die geworfenen Flaschen, Feuerwerkskörper, die die Polizei in die Menge zurück warf. Dann begannen einige, den Asphalt zu brechen die Polizei damit zu bewerfen.


Ohne Befehl begannen die OMON-Einheiten, massiv Schlagstöcke zu verwenden, sie schlugen auch auf die auf dem Boden liegenden Verletzten mit Stöcken ein. Geschlagen und festgenommen wurden alle - Männer, Frauen und alte Leute.


Dann fing man an, Polizisten Helme und kugelsichere Westen vom Leib zu reißen, ihnen Schlagstöcke weg zu nehmen - und das alles in den Fluss zu werfen. Einige versuchten, die Festgenommenen zu befreien, doch das gelang nicht immer.


Noch um 15:00 Uhr wurde die Information verbreitet, dass das E-Zentrum (Zentrum für Extremismus-Bekämpfung) verdächtige Personen mit kräftigem Körperbau instruiert. Vielleicht waren sie es, die die Provokationen angefangen haben. Aber unter den Anstifter der Unruhen waren auch manche Anarchisten, Nationalisten und andere radikale Jugendliche.


Die Polizei war auf die Provokationen vorbereitet, aber "irgendwie" hat sie vollkommene Fahrlässigkeit an den Tag gelegt. Sie hatten eine Richtlinie - zu verhaften und zu schlagen. <...>
http://ilya-ponomarev.livejournal.com/481997.html
Ilja Ponomarjow, 8. Mai
Илья Пономарев/Ilya Ponomarev
In der Staatsduma fragte ich Dmitri PeskowPutins Pressesprecherob er nicht übergeschnappt gewesen war, als er gesagt hatte, die Polizei habe zu milde agiert, sie hätte noch härter durchgreifen müssen. F3b056bb2b5bdee42b123cced00b75decfd3aceaPeskow antwortete: "Das war noch zu milde ausgedrücktFür einen verwundeten OMON-Polizisten hätte man die Leber der Demonstrierenden auf den Asphalt schmieren müssen."

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