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Freitag, 24. Februar 2012

Aus Gelendschik an der russischen Schwarzmeerküste werden Folter an inhaftierten Menschenrechtsaktivisten gemeldet


Jewgenij Titow, "Nowaja gazeta"

23/02/2012


Die Menschenrechtsaktivisten Wladimir Iwanow, Zufar Atschilow, Walerij Semergej wurden am 20. Februar bei Gelendschik festgenommen. Am nächsten Tag wurde ein Mitglied der Human Rights Centre Gelendschik, Gagik Avanesian verhaftet. Angehörige sowie der Anwalt Sergej Bogdanow berichteten der „Nowaja Gazeta“, die Inhaftierten seien brutal misshandelt worden. Man versuchte, sie zum Geständnis zu zwingen, im Namen seiner Umweltschutzorganisation Geld erpresst zu haben.
"Ich sah meinen Mann. Sein Gesicht ist blutunterlaufen, er hat Schürfwunden, gebrochenen Arm - sagt die Frau von Valerij Semergej, Olga. „Unsere Häuser wurden durchsucht. Wir werden ständig von der Polizei psychisch terrorisiert. Aber unsere Stadt ist klein, die Leute verstehen alles. "


Der Anwalt behauptet, sein Mandant Atschilow sei an den Armen aufgehängt und am Torso gezogen worden. Außerdem hat man versucht, ihn mit Gegenständen sexuell zu misshandeln.


Gelendzhik Human Right Center ist eine staatliche Organisation von 5 bis 6 Personen. Ich als Journalist erhielt von ihnen wertvolle Informationen über die so genannte "Putin-Datscha" in Praskowejewka, und von dem Patriarch-Anwesen in Diwnomorskoje, und über den Besitz von lokalen Beamten, darunter Bürgermeister von Gelendschik. Dutzende Artikeln habe ich daraufhin veröffentlicht.
Informationen über den ehemaligen Bürgermeister von Gelendschik Sergej Ozerow (Einiges Russland), der vermutlich mit der Ermordung seines politischen Rivalen, Rechtsanwalt Wassilij Karelin etwas zu tun hatte, bekam ich auch von ihnen. Und dieser Artikel ist wie die übrigen noch nicht widerlegt worden.


Die Mitglieder des Gelendzhik Human Rights Centre beteiligten sich an Kundgebungen gegen den Gouverneur des Gebietes Krasnodar Tkatschow, der große Teile des Strandes und Waldes in der Nähe seines Grundstücks illegal besetzt hat. Während der Kundgebung im Februar letzten Jahres wurden sie festgenommen und unter Arrest gestellt im Haftzentrum von Tuapse. Die Haftbedingungen waren menschenunwürdig und Wladimir Iwanow und Zufar Atschilov haben nach der Haft eine Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingereicht.

Kürzlich erhielt Zufar Atschilow einen Brief aus Straßburg. Darin heißt es, dass die russische Seite aufgefordert wurde, sich zur Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung mit den Menschenrechtsaktivisten zu äußern. Aber wenn Russland das tut, erkennt es somit an, dass die Region der Olympischen Spiele von Skandalen überschattet ist, dass der Gouverneur dort Wald und Strand illegal besetzt und Menschenrechtsaktivisten inhaftiert und gefoltert werden. Das Image der Olympischen Spiele wird sich dadurch natürlich nicht verbessern.
http://www.novayagazeta.ru/news/54397.html

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