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Mittwoch, 29. Februar 2012

Putin: Wahlkampf im permanenten Kriegstzustand

Boris Reitschuster (Moskau) für Focus
" Die Angst vor einem „orangen Szenario“, wie die ukrainische Revolution 2004 in Moskau genannt wird, hat paranoide Züge. Kein Wunder, steht doch sehr viel auf dem Spiel: Der Clan von Freunden, Ex-KGB-Kameraden und Datschen-Nachbarn, die Putin um sich geschart hat, kontrolliert große Teile der russischen Wirtschaft und hat es zu unvorstellbaren Vermögen gebracht.

Im Westen neigen viele dazu, die Blut- und Boden-Rhetorik in Moskau als Wahlkampftaktik abzutun und darauf zu setzen, dass Putin abseits der antiwestlichen Propaganda für den Hausgebrauch auch weiter auf gute Beziehungen zur den USA und zur EU setzt. Tatsächlich hat sich die neue Putin´sche Elite der eigenen Propaganda zum Trotz ihrer Lebensart ganz dem Westen verschrieben – sie urlauben in Frankreich, shoppen in London, studieren in den USA, bunkern ihr Geld in der Schweiz und sehen die gelegentlich notwendigen Heimataufenthalte oft beinahe als Strafe Gottes an. Aber trotzdem: Das ständige Rumoren mit der Kriegstrommel droht sich zu verselbständigen. Es könnte selbst für die Leute aus dem Machtzirkel schwer werden, die nationalistischen Geister, die Putin rief, zu beherrschen..."
http://www.focus.de/politik/ausland/tid-25147/wahlkampf-in-russland-putin-im-permanenten-kriegszustand_aid_718473.html?fb_ref=Artikelende&fb_source=profile_oneline

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