Ilja Klischin, der die
Facebook-Gemeinschaft der Protestbewegung "Wir kommen wieder!"verwaltet, sagt, die Behörden versuchen, seine Familie
einzuschüchtern.
"Die Sache
nimmt nun eine vollkommen kafkaeske Wendung. Heute Morgen wurde mein
Vater ins „Zentrum E“ (Geheimdienstabteilung für
Extremismus-Bekämpfung) in Tambow zitiert. Mit ihm sprach ein
Oberstleutnant Valery Seleznev. Herr Seleznev fragte, ob ich am 3.
und 4. Januar tatsächlich nach Kazan gereist wäre und mit welchem
Ziel. Ich höre zum ersten Mal davon, dass man für Reisen durch das
eigene Land einen Grund vorweisen muss. Ich war nach Kazan
gefahren, um mir die Altstadt anzuschauen. Ich wollte den Kazaner
Kreml besuchen, die traditionellen Etschpotschmak-Teigtaschen kosten.
Der Oberstleutnant meinte, es gehe um den Verdacht der
Volksverhetzung und der Organisation von irgendetwas, wollte aber
nicht ins Detail gehen und die Unterstellungen genau erklären und
fügte hinzu, ich sei noch nicht für etwas konkretes belangt.
Eigentlich wollte ich in Kazan auch die Organisatoren der dort geplanten
Kundgebung für faire Wahlen treffen, es kam aber nicht dazu.
Wohlgemerkt, selbst ihr fadenscheiniger Verdacht klingt für mich wie
eine Beleidigung - ich trat schon immer konsequent gegen Faschismus,
Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit in jedweder Form auf, auch in
meiner Eigenschaft als Journalist."
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