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Freitag, 20. Januar 2012

Ein Polit-Aktivist und das "Zentrum E"



Ilja Klischin, der die Facebook-Gemeinschaft der Protestbewegung "Wir kommen wieder!"verwaltet, sagt, die Behörden versuchen, seine Familie einzuschüchtern.
"Die Sache nimmt nun eine vollkommen kafkaeske Wendung. Heute Morgen wurde mein Vater ins „Zentrum E“ (Geheimdienstabteilung für Extremismus-Bekämpfung) in Tambow zitiert. Mit ihm sprach ein Oberstleutnant Valery Seleznev. Herr Seleznev fragte, ob ich am 3. und 4. Januar tatsächlich nach Kazan gereist wäre und mit welchem Ziel. Ich höre zum ersten Mal davon, dass man für Reisen durch das eigene Land einen Grund vorweisen muss. Ich war nach Kazan   gefahren, um mir die Altstadt anzuschauen. Ich wollte den Kazaner Kreml besuchen, die traditionellen Etschpotschmak-Teigtaschen kosten. Der Oberstleutnant meinte, es gehe um den Verdacht der Volksverhetzung und der Organisation von irgendetwas, wollte aber nicht ins Detail gehen und die Unterstellungen genau erklären und fügte hinzu, ich sei noch nicht für etwas konkretes belangt. Eigentlich wollte ich in Kazan auch die Organisatoren der dort geplanten Kundgebung für faire Wahlen treffen, es kam aber nicht dazu. Wohlgemerkt, selbst ihr fadenscheiniger Verdacht klingt für mich wie eine Beleidigung - ich trat schon immer konsequent gegen Faschismus, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit in jedweder Form auf, auch in meiner Eigenschaft als Journalist."

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